4:1 Verlust und Rueckkehr der Bundeslade: 4,1 - 7,1
Die Bundeslade bei den Philistern: 4,1 - 5,12
Das Wort Samuels erging an ganz Israel. Israel zog gegen die
Philister in den Krieg. Sie schlugen ihr Lager bei Eben-Eser auf,
und die Philister hatten ihr Lager in Afek.
[29,1
Afek ist ein bedeutender Ort an der Kuestenstrasse noerdlich von
Jafo.]
4:2 Die Philister rueckten in Schlachtordnung gegen Israel vor, und der
Kampf wogte hin und her. Israel wurde von den Philistern besiegt,
die von Israels Heer auf dem Feld etwa viertausend Mann erschlugen.
4:3 Als das Volk ins Lager zurueckkam, sagten die Aeltesten Israels: Warum
hat der Herr heute die Philister ueber uns siegen lassen? Wir wollen
die Bundeslade des Herrn aus Schilo zu uns holen; er soll in unsere
Mitte kommen und uns aus der Gewalt unserer Feinde retten.
4:4 Das Volk schickte also (Maenner) nach Schilo, und sie holten von dort
die Bundeslade des Herrn der Heere, der ueber den Kerubim thront.
Hofni und Pinhas, die beiden Soehne Elis, begleiteten die Bundeslade
Gottes.
[die beiden: Text korr. nach G; H: und dort die beiden.]
4:5 Als nun die Bundeslade des Herrn ins Lager kam, erhob ganz Israel
ein lautes Freudengeschrei, so dass die Erde droehnte.
4:6 Die Philister hoerten das laute Geschrei und sagten: Was ist das fuer
ein lautes Geschrei im Lager der Hebraeer? Als sie erfuhren, dass die
Lade des Herrn ins Lager gekommen sei,
4:7 fuerchteten sich die Philister; denn sie sagten: Gott ist zu ihnen
ins Lager gekommen. Und sie riefen: Weh uns! Denn so etwas ist
frueher nie geschehen.
4:8 Weh uns! Wer rettet uns aus der Hand dieses maechtigen Gottes? Das
ist der Gott, der Aegypten mit allerlei Plagen [in der Wueste]
geschlagen hat.
4:9 Seid tapfer, Philister, und seid Maenner, damit ihr nicht den
Hebraeern dienen muesst, wie sie euch gedient haben. Seid Maenner und
kaempft!
4:10 Da traten die Philister zum Kampf an, und Israel wurde besiegt, so
dass alle zu ihren Zelten flohen. Es war eine sehr schwere
Niederlage. Von Israel fielen dreissigtausend Mann Fussvolk.
4:11 Die Lade Gottes wurde erbeutet, und die beiden Soehne Elis, Hofni und
Pinhas, fanden den Tod.
[2,34; Ps 78,61]
4:12 Ein Benjaminiter lief vom Schlachtfeld weg und kam noch am gleichen
Tag nach Schilo, mit zerrissenen Kleidern und Staub auf dem Haupt.
Zerrissene Kleider und Staub auf dem Haupt sind Zeichen der Trauer
und des Schmerzes.
4:13 Als er ankam, sass Eli auf seinem Stuhl neben der Strasse und hielt
Ausschau; denn er hatte Angst um die Lade Gottes. Als der Mann kam
und in der Stadt berichtete, schrie die ganze Stadt auf.
4:14 Eli hoerte das laute Geschrei und fragte: Was bedeutet dieser Laerm?
Der Mann lief schnell herbei und berichtete Eli.
4:15 Eli war achtundneunzig Jahre alt; seine Augen waren starr geworden,
so dass er nichts mehr sehen konnte.
[3,2]
4:16 Der Mann sagte zu Eli: Ich bin der Mann, der vom Schlachtfeld
gekommen ist; ich bin heute aus der Schlacht geflohen. Eli fragte:
Wie ist es denn zugegangen, mein Sohn?
4:17 Der Bote antwortete: Israel ist vor den Philistern geflohen. Das
Volk hat eine schwere Niederlage erlitten. Auch deine beiden Soehne
Hofni und Pinhas sind tot, und die Lade Gottes ist weggeschleppt
worden.
4:18 Als er die Lade Gottes erwaehnte, fiel Eli rueckwaerts von seinem Stuhl
neben dem Tor, brach sich das Genick und starb, denn er war ein
alter und schwerfaelliger Mann. Er war vierzig Jahre lang Richter in
Israel gewesen.
4:19 Seine Schwiegertochter, die Frau des Pinhas, war schwanger und stand
vor der Niederkunft. Als sie die Nachricht vernahm, dass die Lade
Gottes weggeschleppt und dass ihr Schwiegervater und ihr Mann tot
waren, sank sie zu Boden und gebar (ihr Kind); denn die Wehen waren
ueber sie gekommen.
4:20 Sie lag im Sterben, und die Frauen, die um sie herumstanden, sagten:
Fuerchte dich nicht, du hast einen Sohn geboren. Doch sie achtete
nicht darauf und antwortete nichts.
4:21 Sie nannte den Knaben Ikabod - das will besagen: Fort ist die
Herrlichkeit aus Israel - wegen des Verlustes der Lade Gottes und
wegen (des Todes) ihres Schwiegervaters und ihres Mannes.
Der Name Ikabod ist volkstuemlich gedeutet.
4:22 Sie sagte: Fort ist die Herrlichkeit aus Israel, denn die Lade
Gottes ist weggeschleppt worden.
[Ps 78,61]