[1] Jericho aber war verschlossen und verwahret vor den Kindern Israel, daß
niemand aus oder ein kommen konnte. [2] Aber der HErr sprach zu Josua:
Siehe da, ich habe Jericho samt ihrem Könige und Kriegsleuten in deine Hand
gegeben. [3] Laß alle Kriegsmänner rings um die Stadt hergehen einmal; und
tue sechs Tage also. [4] Am siebenten Tage aber laß die Priester sieben
Posaunen des Halljahrs nehmen vor der Lade her; und gehet desselben
siebenten Tages siebenmal um die Stadt und laß die Priester die Posaunen
blasen. [5] Und wenn man des Halljahrs Horn bläset und tönet, daß ihr die
Posaunen höret, so soll das ganze Volk ein groß Feldgeschrei machen, so
werden der Stadt Mauern umfallen; und das Volk soll hineinfallen, ein
jeglicher stracks vor sich; [6] Da rief Josua, der Sohn Nuns, den Priestern
und sprach zu ihnen: Traget die Lade des Bundes, und sieben Priester lasset
sieben Halljahrsposaunen tragen vor der Lade des HErrn. [7] Zum Volk aber
sprach er: Ziehet hin und gehet um die Stadt; und wer gerüstet ist, gehe
vor der Lade des HErrn her. [8] Da Josua solches dem Volk gesagt hatte,
trugen die sieben Priester sieben Halljahrsposaunen vor der Lade des HErrn
her und gingen und bliesen die Posaunen; und die Lade des Bundes des HErrn
folgte ihnen nach. [9] Und wer gerüstet war, ging vor den Priestern her,
die die Posaunen bliesen; und der Haufe folgte der Lade nach und blies
Posaunen. [10] Josua aber gebot dem Volk und sprach: Ihr sollt kein
Feldgeschrei machen, noch eure Stimme hören lassen, noch ein Wort aus eurem
Munde gehen bis auf den Tag, wenn ich zu euch sagen werde: Machet ein
Feldgeschrei! so machet dann ein Feldgeschrei. [11] Also ging die Lade des
HErrn rings um die Stadt einmal; und kamen in das Lager und blieben
drinnen. [12] Denn Josua pflegte sich des Morgens frühe aufzumachen; und
die Priester trugen die Lade des HErrn. [13] So trugen die sieben Priester
die sieben Halljahrsposaunen vor der Lade des HErrn her und gingen und
bliesen Posaunen; und wer gerüstet war, ging vor ihnen her, und der Haufe
folgte der Lade des HErrn und blies Posaunen. [14] Des andern Tages gingen
sie auch einmal um die Stadt und kamen wieder ins Lager. Also taten sie
sechs Tage. [15] Am siebenten Tage aber, da die Morgenröte aufging, machten
sie sich frühe auf und gingen nach derselben Weise siebenmal um die Stadt,
daß sie desselben einigen Tages siebenmal um die Stadt kamen. [16] Und am
siebentenmal, da die Priester die Posaunen bliesen, sprach Josua zum Volk:
Machet ein Feldgeschrei, denn der HErr hat euch die Stadt gegeben. [17]
Aber diese Stadt und alles, was drinnen ist, soll dem HErrn verbannet sein.
Allein die Hure Rahab soll leben bleiben und alle, die mit ihr im Hause
sind; denn sie hat die Boten verborgen, die wir aussandten. [18] Allein
hütet euch vor dem Verbanneten, daß ihr euch nicht verbannet, so ihr des
Verbanneten etwas nehmet und machet das Lager Israels verbannet und bringet
es in Unglück. [19] Aber alles Silber und Gold samt dem ehernen und
eisernen Geräte soll dem HErrn geheiliget sein, daß es zu des HErrn Schatz
komme. [20] Da machte das Volk ein Feldgeschrei und bliesen Posaunen. Denn
als das Volk den Hall der Posaunen hörete, machte es ein groß Feldgeschrei.
Und die Mauern fielen um, und das Volk erstieg die Stadt, ein jeglicher
stracks vor sich. Also gewannen sie die Stadt. [21] Und verbanneten alles,
was in der Stadt war, mit der Schärfe des Schwerts, beide Mann und Weib,
jung und alt, Ochsen, Schafe und Esel. [22] Aber Josua sprach zu den zween
Männern, die das Land verkundschaftet hatten: Gehet in das Haus der Hure
und führet das Weib von dannen heraus mit allem, das sie hat, wie ihr
geschworen habt. [23] Da gingen die Jünglinge, die Kundschafter, hinein und
führeten Rahab heraus samt ihrem Vater und Mutter und Brüdern und alles,
was sie hatte, und all ihr Geschlecht; und ließen sie draußen außer dem
Lager Israels. [24] Aber die Stadt verbrannten sie mit Feuer und alles; was
drinnen war. Allein das Silber und Gold und eherne und eiserne Geräte taten
sie zum Schatz in das Haus des HErrn. [25] Rahab aber; die Hure, samt dem
Hause ihres Vaters und alles, was sie hatte, ließ Josua leben. Und sie
wohnete in Israel bis auf diesen Tag, darum daß sie die Boten verborgen
hatte, die Josua zu verkundschaften gesandt hatte gen Jericho. [26] Zu der
Zeit schwur Josua und sprach: Verflucht sei der Mann vor dem HErrn; der
diese Stadt Jericho aufrichtet und bauet! Wenn er ihren Grund leget, das
koste ihn seinen ersten Sohn; und wenn er ihre Tore setzet, das koste ihn
seinen jüngsten Sohn! [27] Also war der HErr mit Josua, daß man von ihm
sagte in allen Landen.