[1] David aber kam gen Nobe zum Priester Ahimelech. Und Ahimelech entsetzte
sich, da er David entgegenging, und sprach zu ihm: Warum kommst du allein
und ist kein Mann mit dir? [2] David sprach zu Ahimelech, dem Priester: Der
König hat mir eine Sache befohlen und sprach zu mir: Laß niemand wissen,
warum ich dich gesandt habe und was ich dir befohlen habe. Denn ich habe
auch meine Knaben etwa hie oder daher beschieden. [3] Hast du nun was unter
deiner Hand, ein Brot oder fünf, die gib mir in meine Hand, oder was du
findest. [4] Der Priester antwortete David und sprach: Ich habe kein gemein
Brot unter meiner Hand, sondern heilig Brot; wenn sich nur die Knaben von
Weibern enthalten hätten! [5] David antwortete dem Priester und sprach zu
ihm: Es sind die Weiber drei Tage uns versperret gewesen, da ich auszog,
und der Knaben Zeug war heilig; ist aber dieser Weg unheilig, so wird er
heute geheiliget werden an dem Zeuge. [6] Da gab ihm der Priester des
heiligen, weil kein ander Brot da war denn die Schaubrote, die man vor dem
HErrn aufhub, daß man ander frisch Brot auflegen sollte des Tages, da er
die weggenommen hatte. [7] Es war aber des Tages ein Mann drinnen
versperret vor dem HErrn aus den Knechten Sauls mit Namen Doeg, ein
Edomiter, der mächtigste unter den Hirten Sauls. [8] Und David sprach zu
Ahimelech: Ist nicht hie unter deiner Hand ein Spieß oder Schwert? Ich habe
mein Schwert und Waffen nicht mit mir genommen; denn die Sache des Königs
war eilend. [9] Der Priester sprach: Das Schwert des Philisters Goliath,
den du schlugest im Eichgrunde, das ist hie, gewickelt in einen Mantel
hinter dem Leibrock. Willst du dasselbige, so nimm's hin, denn es ist hie
kein anderes denn das. David sprach: Es ist seinesgleichen nicht; gib
mir's! [10] Und David machte sich auf und floh vor Saul; und kam zu Achis,
dem Könige zu Gath. [11] Aber die Knechte Achis sprachen zu ihm: Das ist
der David, des Landes König, von dem sie sangen am Reigen und sprachen:
Saul schlug tausend, David aber zehntausend. [12] Und David nahm die Rede
zu Herzen und fürchtete sich sehr vor Achis, dem Könige zu Gath. [13] Und
verstellete seine Gebärde vor ihnen und kollerte unter ihren Händen und
stieß sich an die Tür am Tor, und sein Geifer floß ihm in den Bart. [14] Da
sprach Achis zu seinen Knechten: Siehe, ihr sehet, daß der Mann unsinnig
ist; warum habt ihr ihn zu mir gebracht? [15] Habe ich der Unsinnigen zu
wenig, daß ihr diesen herbrächtet, daß er neben mir rasete? Sollte der in
mein Haus kommen?