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Subject: <2001-05-11> Falsche E-Mail-Adressen - FAQ
Newsgroups: de.admin.net-abuse.mail,de.newusers.questions,de.answers,news.answers
Followup-To: de.newusers.questions
Expires: 10 Dec 2002
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Archive-Name: de-net-abuse/falsche-email-adressen-faq
Last-modified: 2001-05-11
Version: 1.9
URL:
http://home.pages.de/~gerlo/falsche-email-adressen.html
Mini-FAQ: Falsche E-Mail-Adressen
1. Falsche E-Mail-Adressen ?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Unverlangt zugeschickte E-Mail ist zu einem Problem geworden. Ob es nun
Werbung (genannt UCE, unsolicited commercial e-mail) oder sonstige
Massenmail (genannt UBE, unsolicited bulk e-mail) ist - immer mehr Nutzer
f�hlen sich von dieser Art der Werbung bel�stigt.
In letzter Zeit sind daher einige Leute auf die Idee gekommen, ihre Artikel
im Usenet unter einer falschen Adresse zu posten. Im Body des Artikels
finden sich dann meistens Hinweise auf eine g�ltige Adresse.
Diese Methode, sich gegen UCE zu wehren, ist jedoch aus mehreren Gr�nden
problematisch - auch wenn sie inzwischen von diversen Computerzeitschriften
empfohlen wird.
2. Was spricht gegen falsche E-Mail-Adressen ?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
- Sie treffen unbeteiligte Dritte, nicht die UCE-Versender.
* Wird der Domain-Teil der Adresse ver�ndert, kann es passieren, da�
diese Adresse ungewollt _nicht_ ung�ltig ist.
Beispielsweise ist die Adresse <
[email protected]> nicht
zwingend ung�ltig: die Domain "nospam.de" ist beim DE-NIC registriert!
Mails an diese Adresse f�hren dazu, da� sich die Verantwortlichen der
Domain "nospam.de" mit Fehlermeldungen herumschlagen m�ssen. Unbeteiligte
Dritte werden auf diese Weise bel�stigt.
Man kann sich nicht auf die Nichtexistenz einer Domain verlassen! Auch
scheinbar unsinnige Domainnamen wie "xxx.de" oder "deletethis.de" sind
beim DE-NIC registriert.
* UCE-Versender f�lschen fast immer die Absender-Adresse. Dadurch wird
die Mail des UCE-Versenders an die von ihm verwendete falsche Adresse
zur�ckgeschickt. Die (unschuldigen) Postmaster der entsprechenden Domain
werden dann durch Fehlermeldungen zus�tzlich bel�stigt.
* Eine Antwort auf einen Artikel mit falscher Absenderadresse bewirkt,
da� automatisch der Postmaster des Antwortenden �ber eine unzustellbare
Mail informiert wird. Das bedeutet wieder unn�tige Arbeit f�r
unbeteiligte Dritte.
* Daf�r bekommen die UCE-Versender von Fehlermeldungen/Bounces
("bouncen" nennt man das Zur�ckschicken unzustellbarer E-Mails) in der
Regel nichts mit, da sie fast nie unter einer g�ltigen E-Mail-Adresse
ihre UCE versenden bzw. keine g�ltige R�cksendeadresse angegeben haben.
* Die Bounces erzeugen zus�tzlichen, unn�tigen Traffic!
- Ihr Nutzen ist zweifelhaft.
* _Ein_ Posting in der Vergangenheit mit einer korrekten Adresse reicht
bereits aus, um in die Datenbanken der UCE-Versender zu gelangen.
Usenet-Artikel werden schon seit Jahren archiviert; auch in �ffentlich
zug�nglichen Datenbanken (z.B. Google, fr�her Dejanews,
http://groups.google.com/)
* UCE-Versender scannen zunehmend auch den Body von Artikeln, so da� die
korrekte Adresse dort ebenfalls nicht im Klartext stehen darf. Einfache
�nderungen, wie das Einf�gen von "nospam", k�nnen von UCE-Versendern
maschinell erkannt und umgangen werden. Die Folge: �nderungen m�ssen
komplizierter werden, was mehr Arbeit f�r Antwortende bedeutet.
* Dazu kommt, da� UCE-Versender nicht nur Usenet-Artikel scannen, sondern
auch WWW-Seiten (mailto-Links!), das IRC und X.500 nach E-Mail-Adressen
durchsuchen. Die M�glichkeiten um an E-Mail-Adressen zu gelangen sind
endlos.
Konsequenterweise d�rfte deshalb nirgendwo mehr eine richtige Adresse
auftauchen. Das Medium E-Mail w�rde praktisch unbenutzbar werden!
- Sie zerst�ren das Medium E-Mail.
* Die Verwendung falscher E-Mail-Adressen zerst�rt nach Meinung vieler
die Effektivit�t des Mediums E-Mail.
Da das Suchen von �nderungshinweisen und das �ndern der E-Mail-Adresse
umst�ndlich von Hand geschehen mu� und Zeit und M�he kostet, beantworten
viele Leute keine Artikel mit falscher Absenderadresse.
Es gilt als unh�flich, Leuten mit denen man diskutieren will oder von
denen man Hilfe erwartet, zuzumuten, den Artikel auf �nderungshinweise
zu durchsuchen (die zudem immer komplizierter werden m��ten, s.o.).
* Es zeigt sich, da� Usenet-User mit der gr��ten Erfahrung Artikel mit
offensichtlich falschen Adressen in ihr Killfile aufnehmen (Artikel
im Killfile werden beim Newslesen automatisch ausgeblendet).
- Sie bedeuten letztlich eine Kapitulation vor den UCE-Versendern.
* Anstatt aktiv gegen UCE-Versender vorzugehen, schaden sich die
Usenet-Nutzer gegenseitig durch das Verwenden falscher Adressen.
* In naher Zukunft k�nnte das Verwenden einer korrekten Adresse eine
indirektes Einverst�ndis f�r UCE-Versender signalisieren - man h�tte
schlie�lich seine Adresse f�lschen k�nnen!
- Sie entsprechen nicht dem Konsens im de-Usenet.
Wer falsche Absenderadressen verwendet sollte wissen, da� die
Mehrzahl der Nutzer des de-Usenets damit nicht einverstanden ist.
M�gliche Reaktionen reichen von Killfile-Eintr�gen �ber freundliche
Hinweise bis hin zu Beschimpfungen (Flames).
In den internationalen Hierarchien werden falsche Adressen anscheinend
eher akzeptiert (es gibt allerdings auch eine englischsprachige FAQ,
die die hier behandelten Probleme aufz�hlt unter
http://www.interhack.net/pubs/munging-harmful/).
Das mag daran liegen, da� dort das UCE-Problem wesentlich
gr��er ist. Die �berwiegende Anzahl der UCE-Versender kommt aus den USA
und scannt deshalb vor allem englischsprachige Newsgroups.
Das �ndert jedoch nichts an den oben aufgef�hrten Argumenten *gegen*
Adre�f�lschungen. Im de-Usenet werden falsche E-Mail-Adressen nicht
gerne gesehen - und das aus guten Gr�nden!
3. Was kann man stattdessen machen ?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
- Statt der falschen eine _g�ltige_ Zweit-Adresse benutzen und
Mail an diese Adresse ignorieren oder l�schen.
Also statt der richtigen Adresse <
[email protected]> eine andere
(g�ltige) Adresse, z.B. <
[email protected]>, benutzen,
und in Artikeln darauf hinweisen, wie die richtige Adresse lautet.
Diese Methode hat den Vorteil, da� das Netz und unbeteiligte Dritte nicht
durch Bounces belastet werden. Da bei Antworten die Adresse immer noch per
Hand ge�ndert werden mu�, ist diese Methode zwar toleriert, wird aber nicht
gerne gesehen.
Die meisten der oben angesprochenen Probleme bleiben bestehen: diese Methode
trifft letztlich die Falschen und macht das Medium E-Mail unbrauchbar!
Es gibt diverse Anbieter von kostenlosen Mail-Accounts, falls der eigene
Provider keine kostenlose Zweitadresse einrichtet, z.B. GMX (www.gmx.de)
oder Hotmail (www.hotmail.com). GMX und Hotmail haben recht effektive
UCE-Filter im Einsatz, so da� schon die alleinige Verwendung einer
solchen Adresse einen wirksamen Schutz vor UCE bedeutet.
- M�glich ist auch, in der From:- und in der Reply-To:-Headerzeile
verschiedene Adressen anzugeben, also z.B.
From: <
[email protected]>
Reply-To: <
[email protected]>
und Mail an die in der From:-Zeile angegebene Adresse zu ignorieren.
Sinnvoll ist dieses Vorgehen, weil viele (aber nicht alle!) UCE-Versender
haupts�chlich die From:-Zeile nach Adressen durchsuchen. UCE geht also
an die in der From:-Zeile angegebene Adresse, w�hrend "richtige" Antworten
an die Reply-To:-Adresse geschickt werden. Denn fast alle Newsreader
benutzen die Reply-To:-Adresse f�r Antwortmail.
Aus den oben genannten Gr�nden sollten aber dennoch *beide* Adressen g�ltig
sein.
- Besser ist es jedoch, das Problem UCE aktiv zu bek�mpfen. Dies
kann z.B. durch das Einrichten von Teergruben, durch das Filtern von
bekannten Spammer-Domains oder durch eine Beschwerde beim Provider des
UCE-Versenders geschehen. In de.admin.net-abuse.mail wird �ber
Gegenma�nahmen diskutiert.
Weitere Informationen finden sich u.a. unter:
*
http://www.snafu.de/~laura/de.admin.net-abuse.mail.txt
(FAQ der Gruppe de.admin.net-abuse.mail mit vielen weiteren Informationen)
*
http://www.iks-jena.de/mitarb/lutz/usenet/teergrube.html
(Was sind Teergruben ?)
*
http://spam.abuse.net/
(Diverse Hinweise auf Filtertechniken und Blacklists bekannter
Spammer-Domains)
*
http://www.interhack.net/pubs/munging-harmful/
(Englischsprachiger FAQ zum Thema falsche E-Mail-Adressen)
Zusammengestellt von Carsten Gerlach (
[email protected]).
Dank f�r Anregungen und Hinweise an Ulli Horlacher, Christof Awater,
Tina Hoeltig und J�rgen Dollinger.